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Infrarotheizung im Altbau: Nachrüstung im sachlichen Vergleich

Der Altbau ist der Anwendungsfall, bei dem sich Infrarotheizungen am deutlichsten bewähren — oder am deutlichsten überfordert werden. Hohe Decken, massive Außenwände ohne Dämmung, alte Fenster und ein Stromkreis, der noch aus den 1960er-Jahren stammt: Wer hier pauschal „ja, das funktioniert" oder „nein, viel zu teuer" hört, bekommt eine unvollständige Antwort.

Dieser Ratgeber ordnet die Nachrüstung im Altbau sachlich ein: wann sich Infrarot anbietet, wo die Grenzen liegen und was bei der praktischen Umsetzung zu beachten ist — Wand, Elektrik, Dämmstandard.

Die Einordnung in Kürze

Im Altbau ist Infrarot vor allem dort stark, wo einzelne Räume gezielt beheizt werden: als Zusatzheizung, in selten genutzten Zimmern, als Ersatz für einen Nachtspeicherofen oder in Räumen ohne Anschluss an die Zentralheizung. Weniger geeignet ist Infrarot, wenn eine ungedämmte Altbau-Wohnung vollständig und dauerhaft elektrisch beheizt werden soll — hier steigt der Bedarf so stark, dass sich die Frage nach einer Sanierung oder einem anderen Heizsystem stellt.

Der Dämmstandard entscheidet über den Bedarf

Bevor es um Panels, Watt-Zahlen oder Montage geht, steht eine Frage: Wie gut ist die Wohnung gedämmt? Im Altbau ist das selten eine einfache Antwort — oft sind einzelne Maßnahmen umgesetzt (neue Fenster, gedämmtes Dach), während Außenwände oder Kellerdecke unverändert aus der Bauzeit stammen.

Als grobe Orientierung, wie viel Heizleistung pro Quadratmeter üblicherweise angesetzt wird:

Zustand Watt pro m² (Richtwert) Typisches Altbau-Beispiel
Saniert ca. 40–60 W/m² Wärmedämmverbundsystem, neue Fenster, gedämmtes Dach
Teilsaniert ca. 60–80 W/m² neue Fenster, aber ungedämmte Massivwand — oder umgekehrt
Unsaniert ca. 80–100 W/m² Altbau-Bestand, alte Verglasung, ungedämmte Wände, hohe Decken

Diese Werte sind branchenübliche Auslegungsgrößen für die Dimensionierung einzelner Räume — keine Garantiewerte für eine bestimmte Wohnung. Der Bedarfsrechner für Infrarotheizungen übersetzt Raumgröße und Dämmzustand in eine konkrete Watt-Empfehlung.

Wichtig für die Einordnung: Der Dämmstandard bestimmt den Bedarf bei jedem elektrischen Heizsystem, nicht nur bei Infrarot. Auch eine Wärmepumpe verliert im unsanierten Altbau erheblich an Effizienz — das Problem ist bauphysikalisch, nicht panelspezifisch.

Wo Infrarot im Altbau seine Stärken hat

Einzelne Räume statt gesamter Fläche. Ein Arbeitszimmer, ein Gästezimmer, ein Bad — Räume, die nicht durchgehend beheizt werden müssen, lassen sich gezielt und ohne Eingriff in die Bestandsheizung ausstatten.

Zusatzheizung in der Übergangszeit. Im Frühjahr und Herbst, wenn die Zentralheizung noch nicht oder nicht mehr läuft, überbrückt ein Panel die kühlen Tage, ohne die gesamte Heizungsanlage hochzufahren.

Selten genutzte Räume. Gästezimmer, Hobbyraum, Homeoffice an zwei Tagen die Woche: Für Räume, die nicht dauerhaft warmgehalten werden müssen, ist die schnelle Strahlungswärme ein praktischer Vorteil gegenüber einem trägen wassergeführten System.

Räume ohne Anschluss an die Zentralheizung. Ausgebaute Dachböden, nachträglich abgetrennte Zimmer oder Anbauten, die nicht im Heizkreis liegen — hier ist eine Nachrüstung ohne Rohrverlegung oft die einzige praktikable Lösung.

Nachtspeicherofen-Ersatz. Dazu mehr im übernächsten Abschnitt.

Wo Infrarot im Altbau an seine Grenzen kommt

Ebenso wichtig ist die ehrliche Gegenseite:

  • Ungedämmte Außenwände als Alleinheizung ohne Sanierungsplan. Bei 80–100 W/m² Bedarf wird eine ganze Wohnung schnell zu einer Ansammlung mehrerer leistungsstarker Panels mit entsprechendem Stromverbrauch.
  • Hohe Decken und große, durchgängig beheizte Flächen. Je größer das zu beheizende Volumen, desto stärker wirkt sich ein schlechter Dämmstandard auf den Bedarf aus.
  • Dauerbetrieb als vollständiger Heizungsersatz ohne Photovoltaik. Aus einer Kilowattstunde Strom entsteht bei Infrarot eine Kilowattstunde Wärme — ohne Eigenstrom liegen die Betriebskosten bei ganztägigem Volllastbetrieb höher als bei effizienteren Systemen. Die Vor- und Nachteile im Gesamtüberblick ordnen das im Detail ein.

Diese Grenzen sind kein Grund, Infrarot im Altbau grundsätzlich auszuschließen — sie zeigen, wo eine Sanierung oder ein anderes System die bessere Lösung ist.

Nachtspeicherofen ersetzen: ein naheliegender Altbau-Fall

In vielen Altbauten aus den 1960er- bis 1980er-Jahren stehen noch Nachtspeicheröfen — oft mit demselben Starkstrom- oder Schuko-Anschluss, den auch ein modernes Infrarotpanel nutzen kann. Der Austausch ist deshalb häufig unkompliziert: Der vorhandene Stromanschluss bleibt erhalten, das träge Aufheizen und Entladen des Speicherofens entfällt zugunsten einer Heizung, die sich raumgenau und über ein Thermostat regeln lässt.

Für diesen Anwendungsfall gibt es eine eigene Übersicht: Nachtspeicherofen durch Infrarot ersetzen.

Naturstein als Speichermasse: ein Vorteil gerade im Altbau

Altbauwohnungen haben oft ungleichmäßige Temperaturverläufe — Zugluft an alten Fenstern, kalte Ecken an Außenwänden, schwankende Raumtemperaturen. Ein dünnes Metallpaneel kühlt nach dem Abschalten schnell aus und folgt diesen Schwankungen unmittelbar.

Ein massiver Natursteinkern verhält sich anders: Er nimmt Wärme auf und gibt sie nach dem Abschalten noch eine Weile weiter ab. Im Altbau, wo Zugluft und kalte Wandflächen die Raumtemperatur schneller absinken lassen als in einem dichten Neubau, verlängert das die Pausen zwischen den Heizphasen und macht das Temperaturgefühl im Raum gleichmäßiger.

Nachrüstung praktisch: Wand, Elektrik, Feuchtigkeit

Wandaufbau und Befestigung

Massive Altbau-Wände (Ziegel, Naturstein) nehmen Standarddübel in der Regel unkompliziert auf. Bei Fachwerk- oder stark unebenen Wänden sowie bei Verdacht auf Feuchtigkeit in der Wand ist die Wahl des passenden Befestigungsmaterials wichtiger als im Neubau — im Zweifel lohnt sich vorab eine Rücksprache mit einem Handwerker oder, bei Mietwohnungen, mit dem Vermieter.

Elektrik und Absicherung

Die meisten Panels bis 2.000 Watt sind für den Betrieb an einer normalen 230-V-Schuko-Steckdose ausgelegt — ein Elektriker ist für den Anschluss selbst nicht zwingend nötig. Im Altbau lohnt sich trotzdem ein Blick auf die vorhandene Elektrik: Wie viele Panels sollen an einem Stromkreis hängen, und ist dieser Stromkreis dafür ausgelegt? Bei mehreren Räumen empfiehlt es sich, Panels nach Möglichkeit auf unterschiedliche Sicherungskreise zu verteilen oder die Absicherung von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen, statt eine ältere Zuleitung an ihre Grenze zu bringen.

Steckdose oder Festanschluss

Marwona-Panels werden serienmäßig mit einem rund 1,9 Meter langen Netzkabel inklusive Schuko-Stecker ausgeliefert. Wo ein fester Anschluss gewünscht ist — etwa bei sichtbarer Kabelführung oder aus optischen Gründen —, kann das Kabel von einer Elektrofachkraft gekürzt und fest angeschlossen werden.

Isolierplatte an Außenwänden

Auf ungedämmten Außenwänden — dem typischen Altbau-Fall — lässt sich eine Isolierplatte hinter dem Panel montieren. Sie entkoppelt das Panel thermisch von der kalten Wand dahinter, sodass weniger Wärme direkt in die Wand statt in den Raum abgegeben wird. Für 800-Watt-Panels an kalten Außenwänden ist das eine naheliegende Ergänzung bei der Nachrüstung.

Denkmalschutz und Mietwohnung

Zwei Situationen kommen im Altbau besonders häufig vor:

Denkmalgeschützte Gebäude. Wenn bauliche Eingriffe an der Fassade oder Bausubstanz eingeschränkt sind, ist eine steckdosenbasierte Infrarotheizung oft eine der wenigen Optionen ohne Genehmigungsverfahren — weil sie keinen Eingriff in die geschützte Substanz erfordert. Ob im Einzelfall Auflagen gelten, etwa zur sichtbaren Kabelführung, ist mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde zu klären.

Mietwohnungen. Da die Montage über Wandhalterung und Steckdose erfolgt, kann eine Infrarotheizung bei einem Umzug mitgenommen werden, ohne dass in die Haustechnik der Wohnung eingegriffen wird. Bei Bohrungen in die Wand oder bei geplanten Festanschlüssen ist trotzdem die Rücksprache mit dem Vermieter sinnvoll — das ersetzt keine mietrechtliche Prüfung im Einzelfall.

Gesetzliche Einordnung: GEG im Altbau

Das Gebäudeenergiegesetz verlangt bei neuen Heizungen einen Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energie. Für eine reine Stromdirektheizung als Ersatz der zentralen Heizungsanlage bleibt das an Wärmeschutz-Voraussetzungen gebunden — pauschal „erlaubt" oder „verboten" lässt sich das nicht beantworten, es ist oft zulässig bei gutem Wärmeschutz und im Einzelfall zu prüfen. Für den in diesem Ratgeber beschriebenen Regelfall — Infrarot als Zusatz- oder Einzelraumlösung neben einer bestehenden Zentralheizung — stellt sich diese Frage in der Regel nicht, da keine neue zentrale Heizungsanlage installiert wird. Weitere verbreitete Missverständnisse rund um Infrarotheizungen ordnet der Beitrag zu Infrarotheizung-Mythen ein. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.

Beispielrechnung: ein typischer Altbau-Raum

Eine Beispielrechnung mit offengelegten Annahmen, kein Kostenversprechen:

Ausgangslage: Arbeitszimmer, 14 m², teilsanierter Altbau (neuere Fenster, ungedämmte Altbau-Außenwand), als Zusatzheizung zur bestehenden Zentralheizung genutzt.

Auslegung: 14 m² × 60 W/m² (unterer Wert für teilsanierte Räume, siehe Tabelle oben) = 840 W Richtwert → ein 800-Watt-Panel mit passendem Thermostat deckt diesen Bedarf.

Angenommener Betrieb: Thermostat-geregelt, keine Dauerlast. Bei einer angenommenen effektiven Durchschnittslast von rund 40 % der Nennleistung (branchenüblicher Richtwert für getaktete Panels) ergeben sich bei 800 W rund 320 W bzw. 0,32 kWh pro Betriebsstunde.

Beispielhafte Nutzung: 5 Stunden pro Tag an Heiztagen → 1,6 kWh/Tag. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cent/kWh ergeben sich rund 0,48 € pro Tag.

Diese Zahlen sind ein Rechenbeispiel mit offengelegten Annahmen — keine Zusicherung für eine bestimmte Wohnung. Tatsächlicher Verbrauch, Strompreis und Nutzungsdauer weichen je nach Gebäude und Nutzerverhalten ab. Die individuelle Auslegung liefert der Bedarfsrechner.

Für den Altbau: Naturstein-Panels und passendes Zubehör

Marwona fertigt Naturstein-Infrarotheizungen mit Lymonit-Kern — Jura-Marmor-Kalkstein aus der Fränkischen Alb, 20 Millimeter massiv. Für die Altbau-Nachrüstung sind vor allem diese Punkte relevant:

  • Einstieg ab rund 320 € (Jura 420 Watt, inkl. Thermostat) — für kleinere Räume oder als Einstieg in ein einzelnes Zimmer
  • 800-Watt-Modelle ab rund 375–440 € für Räume von etwa 10–14 m² im teilsanierten Zustand
  • Digitales Funkthermostat mit Empfänger (65 €) für Panels ohne integriertes Thermostat — Voraussetzung für getakteten statt durchgehenden Betrieb
  • Isolierplatte für 800-Watt-Panels (65 €) an ungedämmten Außenwänden
  • 5 Jahre Garantie auf die Heizpanels

Zur Naturstein-Kollektion

Häufige Fragen

Wie viele Watt pro m² brauche ich für eine Infrarotheizung im Altbau?

Als Richtwert gelten im unsanierten Altbau etwa 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter, in teilsanierten Räumen etwa 60 bis 80 Watt und in sanierten Altbauten mit gutem Dämmstandard etwa 40 bis 60 Watt. Die genaue Auslegung hängt vom tatsächlichen Zustand von Wänden, Fenstern und Decke ab.

Ist eine Infrarotheizung im unsanierten Altbau als Alleinheizung sinnvoll?

Für einzelne Räume durchaus, für eine ganze unsanierte Wohnung eher nicht. Bei 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter summiert sich der Bedarf über mehrere Räume schnell zu einer hohen Gesamtleistung. Als gezielte Lösung für einzelne Zimmer oder als Zusatzheizung bleibt der Einsatz dagegen gut kalkulierbar.

Brauche ich für die Nachrüstung im Altbau einen Elektriker?

Für den Anschluss an eine normale Schuko-Steckdose nicht zwingend — die meisten Panels bis 2.000 Watt sind dafür ausgelegt. Bei mehreren Panels an einer älteren Zuleitung oder bei gewünschtem Festanschluss lohnt sich die Prüfung der vorhandenen Absicherung durch eine Elektrofachkraft.

Kann ich eine Nachtspeicherheizung im Altbau durch Infrarot ersetzen?

Häufig ja, weil beide Systeme oft denselben Stromanschluss nutzen. Der Vorteil liegt vor allem in der raumgenauen Regelung über Thermostat statt der trägen Aufheiz- und Entladelogik eines Speicherofens.

Ist eine Infrarotheizung in einer Altbau-Mietwohnung erlaubt?

In der Regel ja, da die Montage über Wandhalterung und Steckdose erfolgt und kein Eingriff in die Haustechnik nötig ist. Bei Bohrungen in die Wand oder einem gewünschten Festanschluss empfiehlt sich vorab die Rücksprache mit dem Vermieter — das ist eine Frage des Einzelfalls.

Kann eine Infrarotheizung Schimmelbildung im Altbau entgegenwirken?

Weil die Wandoberfläche direkt erwärmt wird, bleibt sie eher über dem Taupunkt, wodurch Feuchtigkeit seltener kondensiert. Das kann Schimmelbildung entgegenwirken, ersetzt aber keine Ursachenbehebung bei bestehenden Feuchteschäden oder baulichen Mängeln.

Ist eine Infrarotheizung in einem denkmalgeschützten Altbau möglich?

Häufig ja, weil eine steckdosenbasierte Montage ohne Eingriff in die geschützte Bausubstanz auskommt. Ob im Einzelfall Auflagen gelten, etwa zur Kabelführung, klärt die zuständige Denkmalschutzbehörde.

Was kostet eine Infrarotheizung für den Einstieg in eine Altbau-Nachrüstung?

Der günstigste Einstieg liegt aktuell bei rund 320 € für ein 420-Watt-Panel inklusive Thermostat. Für größere oder schlechter gedämmte Räume sind leistungsstärkere Modelle ab rund 375 € sinnvoller. Aktuelle Preise finden sich in der Naturstein-Kollektion.

Fazit

Der Altbau ist kein einheitlicher Fall. Er reicht von der sanierten Eigentumswohnung mit neuen Fenstern bis zur unsanierten Gründerzeitwohnung mit hohen Decken und einfacher Verglasung — und die Antwort auf die Frage „Infrarotheizung im Altbau: ja oder nein?" hängt genau davon ab.

Gut geeignet ist Infrarot im Altbau für:

  • einzelne Räume und Zusatzheizung neben einer bestehenden Zentralheizung
  • den Ersatz eines Nachtspeicherofens
  • Räume ohne Anschluss an die Zentralheizung
  • Mietwohnungen und denkmalgeschützte Gebäude ohne Möglichkeit für bauliche Eingriffe

Weniger geeignet ist Infrarot, wenn eine ungedämmte Altbau-Wohnung ohne Sanierungsplan vollständig und dauerhaft elektrisch beheizt werden soll. Die entscheidende Frage bleibt dieselbe wie im Gesamtüberblick: in welchem Raum, bei welchem Dämmstandard und mit welchem Strom.

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Gefertigt in Bayern

Angaben zu Kosten, Verbrauch und Recht sind allgemeine Orientierungswerte und ersetzen keine Energieberatung oder Rechtsberatung. Preise und gesetzliche Vorgaben können sich ändern — aktuelle Shop-Preise und den Einzelfall prüfen.