Infrarotheizung Kosten: Anschaffung, Stromverbrauch und Betriebskosten im Überblick
Wie viel eine Infrarotheizung tatsächlich kostet, lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Anschaffungspreis und die Rechnung im Betrieb liegen im Netz oft weit auseinander — vor allem, weil viele Kalkulationen von einem durchgehenden Volllastbetrieb ausgehen, den ein korrekt eingestelltes Thermostat in der Praxis gar nicht zulässt.
Dieser Ratgeber rechnet transparent vor: was ein Panel in der Anschaffung kostet, wie sich Watt, Taktung und Strompreis zu einer monatlichen Rechnung zusammensetzen, und wovon die Kosten am stärksten abhängen — dem Dämmstandard des Gebäudes. Alle Beispielrechnungen nennen ihre Annahmen offen, damit Sie sie auf Ihre eigene Situation übertragen können.
Die Einordnung in Kürze
Die Anschaffung beginnt bei rund 320 €. Die laufenden Kosten hängen im Wesentlichen von drei Stellschrauben ab: der installierten Leistung im Verhältnis zur Raumgröße, der Taktung des Thermostats (Duty Cycle) und dem Strompreis. Mit eigenem Photovoltaikstrom sinken die Betriebskosten spürbar; ohne Dämmung und ohne PV steigt die Rechnung deutlich.
Anschaffungskosten: Was ein Panel kostet
Die Marwona-Kollektion beginnt bei 320 € für ein 420-Watt-Panel der Jura-Serie, bei dem ein Thermostat bereits im Lieferumfang enthalten ist. Je nach Leistung, Format und Steinoberfläche liegen die 800-Watt-Modelle zwischen 375 € und 440 €.
| Position | Preis |
|---|---|
| Einstiegs-Panel, z. B. Jura 420 W (inkl. Thermostat) | 320–350 € |
| 800-Watt-Panel (z. B. Qarama, Rift, Bianco Marmor) | 375–440 € |
| Thermostat separat (digitales Funkthermostat inkl. Empfänger) | 65 € |
| Isolierplatte für 800-Watt-Modelle (empfohlen bei Montage an Außenwänden) | 65 € |
| Standfuß 800 W (für freistehende Montage statt Wandmontage) | 140 € |
Ob ein Thermostat im Lieferumfang enthalten ist, unterscheidet sich je nach Modell — bei den Jura-Panels ist es das, bei anderen Modellen prüfen Sie das am besten direkt auf der Produktseite und kalkulieren es gegebenenfalls mit ein. Ein Thermostat ist dabei keine Zubehör-Option im engeren Sinn, sondern die Voraussetzung für alles, was im nächsten Abschnitt folgt: Ohne Regelung läuft ein Panel durch, mit Regelung taktet es.
Betriebskosten verstehen: Von Watt zu Euro
Die Nennleistung eines Panels — etwa 800 Watt — beschreibt nicht den tatsächlichen Verbrauch. Sie beschreibt die Leistung, die das Panel zieht, während es aktiv heizt. Ein Thermostat schaltet das Panel ab, sobald die Zieltemperatur erreicht ist, und wieder ein, sobald die Temperatur unter den eingestellten Wert fällt. Dieses Takten wird als Duty Cycle bezeichnet und ist der Hebel, der die tatsächlichen Kosten bestimmt — deutlich stärker als die reine Wattzahl auf dem Datenblatt.
Ein Beispiel macht das greifbar: Ein 800-Watt-Panel, das nur 35 Prozent der Zeit tatsächlich heizt, verbraucht im Schnitt 280 Watt — nicht 800. In einem schlecht gedämmten Raum, der öfter nachheizen muss, kann derselbe Duty Cycle deutlich höher liegen.
Beispielrechnung: Ein 800-Watt-Panel im Alltag
Die folgende Rechnung ist ein Beispielszenario mit offengelegten Annahmen — keine Zusage für Ihre individuellen Kosten:
- Angenommener Strompreis: 32 Ct/kWh (Beispielannahme; Ihr tatsächlicher Tarif kann höher oder niedriger liegen)
- Angenommene Nutzung: 6 Stunden Heizbedarf pro Tag in der Kernheizsaison
- Angenommener Duty Cycle: abhängig vom Dämmstandard — die folgenden Werte sind illustrative Beispiele, keine Messwerte
| Szenario | Angenommener Duty Cycle | Ø Leistung | kWh/Tag (6 Std.) | Kosten/Tag | Kosten/Monat (30 Tage) |
|---|---|---|---|---|---|
| Gut gedämmt | ~35 % | 280 W | 1,68 kWh | 0,54 € | ca. 16 € |
| Mittlerer Dämmstandard | ~50 % | 400 W | 2,4 kWh | 0,77 € | ca. 23 € |
| Unsaniert / Altbau | ~65 % | 520 W | 3,12 kWh | 1,00 € | ca. 30 € |
Der Unterschied zwischen der ersten und der letzten Zeile entsteht ausschließlich durch die Taktung — die Wattzahl des Panels bleibt gleich. Das zeigt, warum ein korrekt eingestelltes Thermostat für die Kosten wichtiger ist als die Wahl zwischen zwei ähnlich starken Panels.
Kosten pro Monat und Quadratmeter
Für die Auslegung gilt als branchenübliche Orientierungsgröße: In einem gut gedämmten Neubau werden meist etwa 40 bis 60 Watt pro Quadratmeter angesetzt. Auf dieser Grundlage — und mit denselben Annahmen wie oben (32 Ct/kWh, ca. 35 % Duty Cycle, 6 Stunden Nutzung pro Tag) — ergibt sich folgende Beispielrechnung:
| Raumgröße | Richtwert Leistung (40–60 W/m²) | Beispielhafte Kosten/Monat* |
|---|---|---|
| 10 m² | 400–600 W | ca. 8–12 € |
| 20 m² | 800–1.200 W | ca. 16–24 € |
| 30 m² | 1.200–1.800 W | ca. 24–36 € |
*Beispielrechnung auf Basis der oben genannten Annahmen — reine Orientierung, keine Zusage. Für eine Berechnung, die Ihre Raumgröße, Deckenhöhe und Nutzung berücksichtigt, nutzen Sie den Bedarfsrechner für Infrarotheizungen.
Warum der Dämmstandard über die Kosten entscheidet
Die 40 bis 60 Watt pro Quadratmeter gelten für gut gedämmte Gebäude. In der Praxis wird für unsanierte Altbauten häufig eine deutlich höhere Bandbreite genannt — teils 80 bis 100 Watt pro Quadratmeter. Das ist eine grobe Orientierung aus der Branche, keine exakte Berechnung für ein bestimmtes Gebäude; die tatsächliche Auslegung hängt von Fenstern, Wandaufbau, Raumhöhe und weiteren Faktoren ab.
Zwei Effekte verstärken sich in einem unsanierten Gebäude gegenseitig: Es wird mehr installierte Leistung benötigt, und diese Leistung taktet häufiger, weil die Wärme schneller entweicht. Beides zusammen kann die Betriebskosten gegenüber einem gut gedämmten Raum erheblich erhöhen. Als Alleinheizung für eine gesamte unsanierte Wohnfläche lohnt sich Infrarot deshalb in der Regel nicht — als gezielte Lösung für einzelne, gut genutzte Räume kann es das trotzdem sein. Eine ausführlichere Einordnung, wann sich Infrarot als Hauptheizung eignet, finden Sie im Ratgeber Infrarotheizung Vor- und Nachteile.
Infrarotheizung im Kostenvergleich zu Wärmepumpe und Gas
Im direkten Vergleich zeigt sich ein klares Muster: Infrarot hat die niedrigste Einstiegshürde bei der Anschaffung, während eine Wärmepumpe — bei ausreichender Dämmung — im laufenden Betrieb meist günstiger ist, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme gewinnt statt einer Kilowattstunde.
| Kriterium | Infrarotheizung | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|---|
| Anschaffung | niedrig (ab ca. 320 €/Panel) | hoch (Gerät + Installation) | mittel |
| Betriebskosten ohne PV | höher | niedriger | mittel, tendenziell steigend |
| Betriebskosten mit eigener PV | deutlich niedriger | niedrig | entfällt |
| Installationsaufwand | keiner (Steckdose) | hoch (Außengerät, Hydraulik) | mittel (Gasanschluss) |
Bei Gas kommt ein weiterer Faktor hinzu: Der CO₂-Preis verteuert fossile Brennstoffe planbar weiter. Für 2026 liegt der Auktionskorridor bei ca. 55 bis 65 € pro Tonne CO₂. Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) betrifft fossile Brennstoffe wie Gas und Öl — ein Betrieb mit Strom fällt nicht darunter, was aber keine „Befreiung" im rechtlichen Sinne ist, sondern schlicht einen anderen Anwendungsbereich.
Wird eine Infrarotheizung mit Ökostrom oder eigenem PV-Strom betrieben, ist sie in der Regel GEG-konform einsetzbar. Ob sie als alleinige Heizung für eine gesamte Wohnfläche infrage kommt, hängt zusätzlich vom Wärmeschutz des Gebäudes ab — das ist oft zulässig, im Einzelfall aber zu prüfen. Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung.
Eine ausführlichere technische Gegenüberstellung — inklusive Installationsdauer, Wartung und Eignung im Altbau — finden Sie im Ratgeber Infrarotheizung Vor- und Nachteile.
Photovoltaik als Kostenhebel
Der stärkste Hebel zur Senkung der Betriebskosten ist nicht das Panel selbst, sondern die Stromquelle. Eigenstrom aus einer Photovoltaikanlage kostet nach Abschreibung der Anlage in der Regel deutlich weniger als Strom aus dem Netz. Ein Natursteinpanel kann PV-Überschüsse, die sonst zu einem niedrigen Einspeisetarif ins Netz gehen, direkt in Wärme umwandeln und über die Speichermasse des Steins noch eine Weile abgeben, statt sie ungenutzt zu lassen.
Ob sich das im Einzelfall rechnet, hängt von Anlagengröße, Eigenverbrauchsquote und dem Zeitpunkt des Heizbedarfs ab — im Winter, wenn die PV-Erträge niedrig sind, greift der Effekt naturgemäß schwächer als in der Übergangszeit. Eine seriöse Kalkulation für die eigene Anlage sollte diese Schwankung berücksichtigen, statt pauschal von „kostenlosem" Heizstrom auszugehen.
Wann sich eine Infrarotheizung finanziell rechnet — und wann nicht
Eher rechnet sie sich, wenn
- der Raum gut gedämmt ist oder gezielt einzelne Räume beheizt werden statt der gesamten Wohnfläche
- eine Photovoltaikanlage vorhanden ist oder eigener Ökostrom bezogen wird
- die Alternative eine teure Nachrüstung wäre — etwa der Ersatz eines Nachtspeicherofens, bei dem der vorhandene Stromanschluss weitergenutzt werden kann
- ein Thermostat mit sauberer Regelung eingesetzt wird, statt das Panel durchlaufen zu lassen
Eher nicht, wenn
- eine gesamte unsanierte Wohnfläche dauerhaft und vollständig elektrisch beheizt werden soll
- weder Ökostrom noch eine PV-Anlage genutzt werden und die Betriebskosten das ausschlaggebende Kriterium sind
- kein Thermostat verwendet wird und das Panel im Dauerbetrieb läuft
Häufige Fragen zu Kosten und Stromverbrauch
Was kostet eine Infrarotheizung in der Anschaffung?
Panels der Marwona-Kollektion beginnen bei 320 € für ein 420-Watt-Modell mit Thermostat. 800-Watt-Panels liegen je nach Ausführung zwischen 375 € und 440 €. Hinzu kommen je nach Modell ein separates Thermostat (65 €), eine Isolierplatte (65 €) oder ein Standfuß (140 €) für freistehende Montage.
Wie viel Watt Infrarotheizung brauche ich pro Quadratmeter?
Als branchenübliche Orientierung gelten etwa 40 bis 60 Watt pro Quadratmeter in einem gut gedämmten Raum. In unsanierten Altbauten wird häufig eine deutlich höhere Bandbreite genannt. Für eine Berechnung auf Basis der eigenen Raumgröße eignet sich der Bedarfsrechner besser als ein pauschaler Richtwert.
Was ist der Duty Cycle einer Infrarotheizung — und warum bestimmt er die Stromkosten?
Der Duty Cycle beschreibt, wie oft das Thermostat das Panel tatsächlich einschaltet, um die Zieltemperatur zu halten. Ein 800-Watt-Panel mit einem Duty Cycle von 35 Prozent verbraucht im Schnitt nur 280 Watt, nicht die volle Nennleistung. Ohne Thermostat läuft das Panel dagegen durch — das ist der größte vermeidbare Kostentreiber.
Was kostet der Betrieb einer Infrarotheizung im Monat?
Das hängt stark von Dämmstandard, Strompreis und Nutzung ab. In einer Beispielrechnung mit 32 Ct/kWh, 6 Stunden Nutzung pro Tag und einem Duty Cycle von 35 bis 65 Prozent liegen die Kosten für ein 800-Watt-Panel zwischen etwa 16 € (gut gedämmt) und 30 € (unsaniert) pro Monat. Das ist ein Beispielszenario mit offengelegten Annahmen, keine Zusage für den Einzelfall.
Lohnt sich eine Infrarotheizung in Kombination mit Photovoltaik?
Eigenstrom aus einer PV-Anlage kostet in der Regel deutlich weniger als Netzstrom, wodurch sich die Betriebskosten spürbar senken lassen. Ein Natursteinpanel kann PV-Überschüsse direkt in Wärme umwandeln. Wie stark sich das auswirkt, hängt von Anlagengröße, Eigenverbrauch und dem Zeitpunkt des Heizbedarfs ab.
Ist eine Infrarotheizung günstiger im Betrieb als eine Wärmepumpe?
In der Regel nicht, sofern keine eigene Photovoltaik genutzt wird: Eine Wärmepumpe gewinnt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme, während bei Infrarot aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme entsteht. Infrarot punktet dafür bei der niedrigeren Anschaffung und beim Installationsaufwand.
Wann rechnet sich eine Infrarotheizung nicht?
Vor allem dann, wenn eine gesamte unsanierte Wohnfläche dauerhaft elektrisch beheizt werden soll, wenn kein Thermostat zur Taktung verwendet wird oder wenn weder Ökostrom noch eine Photovoltaikanlage zur Verfügung stehen und die Betriebskosten das entscheidende Kriterium sind.
Fazit
Eine pauschale Zahl für „die" Kosten einer Infrarotheizung gibt es nicht — wohl aber eine belastbare Rechnung, sobald drei Werte feststehen: die installierte Leistung im Verhältnis zur Raumgröße, der Strompreis und die Taktung durch das Thermostat. Anschaffungsseitig ist Infrarot mit Preisen ab 320 € pro Panel die niedrigste Einstiegshürde unter den gängigen Heizsystemen. Betriebsseitig entscheiden vor allem der Dämmstandard und die Frage, ob eigener PV-Strom zur Verfügung steht.
Wer die eigene Situation durchrechnen will, findet im Bedarfsrechner für Infrarotheizungen eine Berechnung auf Basis der eigenen Raumgröße statt genereller Richtwerte.
Ein Posten, der in Kostenvergleichen oft fehlt: Auf die Heizpanels gibt Marwona 5 Jahre Garantie. Anders als bei Gas- oder Ölheizungen entfallen zudem wiederkehrende Kosten für Brennerwartung, Schornsteinfeger und Abgasmessung.
→ Naturstein-Infrarotheizungen ansehen → Zubehör: Thermostate & Isolierplatten
Angaben zu Kosten, Verbrauch und Recht sind allgemeine Orientierungswerte und ersetzen keine Energieberatung oder Rechtsberatung. Preise und gesetzliche Vorgaben können sich ändern — aktuelle Shop-Preise und den Einzelfall prüfen.






