Ein kleiner Ausflug in die Materialkunde…Infrarotheizung: Ab wann ist eine Heizung wirklich Infrarot?
Der Begriff Infrarotheizung wird heute sehr häufig verwendet. Physikalisch ist jedoch klar definiert, wann eine Heizung tatsächlich als Infrarotheizung gelten kann. Einen umfassenden Überblick über Funktion, Kosten und Technik bietet unser Infrarotheizung Ratgeber.
Entscheidend ist nicht, ob eine Heizfläche warm wird, sondern wie viel der Heizleistung als Infrarot-Strahlungswärme abgegeben wird. Der zentrale Maßstab dafür ist der Emissionsgrad.
Emissionsgrad: Das wichtigste Kriterium für Infrarotheizungen
Der Emissionsgrad beschreibt, wie effizient eine Oberfläche Wärme in Form von Infrarotstrahlung abstrahlt. Der theoretische Idealwert liegt bei 1,0.
Für Heizsysteme gilt:
- Emissionsgrad ≥ 0,85 → überwiegend Strahlungswärme → echte Infrarotheizung
Emissionsgrad < 0,7 → überwiegend Konvektion → physikalisch keine Infrarotheizung
Unterhalb dieser Grenze wird der Raum hauptsächlich über erwärmte Luft beheizt, nicht über Infrarotstrahlung – auch wenn das Produkt als Infrarotheizung bezeichnet wird.
Naturstein als Heizoberfläche: Infrarot nahe am physikalischen Optimum. Naturstein erreicht Emissionsgrade von etwa 0,90 bis 0,95 und liegt damit nahe am physikalischen Optimum eines Wärmestrahlers. Ein sehr hoher Anteil der aufgenommenen Energie wird direkt als Infrarot-Strahlungswärme an den Raum abgegeben.
Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, angenehme Wärme, die nicht primär die Luft, sondern Körper und Oberflächen erwärmt.
Bereits moderate Oberflächentemperaturen erzeugen eine spürbare Heizwirkung. In Kombination mit der hohen Wärmespeicherfähigkeit bleibt die Strahlungsleistung über Stunden stabil.
Aus physikalischer Sicht erfüllt Naturstein damit alle Anforderungen an eine echte Infrarotheizung.
Metallische Heizoberflächen: technisch warm, aber oft keine Infrarotheizung. Heizungen mit metallischen Oberflächen – etwa aus Stahl oder Aluminium – weisen häufig einen deutlich niedrigeren Emissionsgrad auf, insbesondere bei glatten oder glänzenden Oberflächen. In vielen Fällen liegt er unter 0,7.
Das bedeutet:
Ein Großteil der Wärme wird über Luftbewegung (Konvektion) abgegeben. Die Infrarot-Strahlungswirkung ist vergleichsweise gering – selbst bei hohen Oberflächentemperaturen. Physikalisch handelt es sich dann nicht um eine Strahlungsheizung, sondern um eine klassische Luftheizung.
Beschichtungen können den Emissionsgrad zwar verbessern, erreichen jedoch meist nicht das Niveau mineralischer Materialien wie Naturstein.
Fazit: Emissionsgrad entscheidet über „Infrarot“
Nicht jede elektrische Heizung ist automatisch eine Infrarotheizung. Entscheidend ist der Emissionsgrad der Heizoberfläche und damit der Anteil echter Infrarotstrahlung.
Naturstein liegt mit seinem Emissionsgrad nahe am physikalischen Optimum und erfüllt die Anforderungen an eine Infrarotheizung in idealer Weise.
Heizungen mit metallischen Oberflächen hingegen geben einen Großteil ihrer Wärme über die Luft ab und verfehlen damit den Kern des Infrarot-Prinzips. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie in unserem Artikel zu den Vor- und Nachteilen von Infrarotheizungen.
Wer Infrarot ernsthaft nutzen möchte, sollte daher weniger auf Produktnamen achten – und mehr auf die Physik.








Share:
Gas wird unsicher, Strom wird flexibel – was Haushalte jetzt wissen sollten
Naturstein-Infrarotheizung für stilvolle Wärme